Autor E. Kreßner schreibt über Louis Tuchscherer

E. Kreßner der sich selbst als Experte und Kenner des Automobils bezeichnet hat nach vielen Jahren Recherche seine gesammelten Erkenntnisse in einem Buch zusammengestellt. Dies Erschien im Herbst 2016 im Heimatland Sachsen Verlag (ISBN 978-3-910186-95-8). Nachdem sich die örtliche Aufregung in Chemnitz und Umgebung bei diversen Veranstaltungen, Interviews und Präsentationen gelegt hat, möchten wir an dieser Stelle auch das Buch würdigen und einige Zeilen dazu veröffentlichen.

Zunächst sind wir sehr Froh, dass es mit der Veröffentlichung des Buches endlich geklappt hat, wurde uns diese doch schon im Januar 2012 per Mailkontakt für 2012 angekündigt.
Das Buch mit dem Titel „Friedrich Louis Tuchscherer 1847 – 1922“ und dem Untertitel „Wurde in Chemnitz das Automobil erfunden? Legenden und Tatsachen“ besteht aus knapp 60 Seiten, wovon etwa die Hälfte Bilder, Fotos, Skizzen und andere Beispiele füllen.

Friedrich Louis Tuchscherer 1847-1922, E. Kreßner, Verlag Heimatland Sachsen, Foto des Buches, Quelle PrivatE. Kreßner beschreibt die Entstehungsgeschichte des Buches und  sein Interesse am Thema ausführlich. Er schreibt viel in der Ich-Form um seine Sicht der Dinge zu verdeutlichen. Er schreibt viel und stellt vieles in Frage und künstlich Spannung zu erzeugen. Mailkontakte in der Vergangenheit mit uns hatten teilweise andere Inhalte und Sichtweisen seinerseits suggeriert.
Schlussendlich kommt E. Kreßner aber zu dem gleichen Ergebnis zu dem wir und andere auch schon vor mehreren Jahren gekommen sind. Es gibt keinerlei Beweise dafür das Louis Tuchscherer 1880 mit einem Fahrzeug bzw. Motorwagen durch Chemnitz fuhr.
Er schreibt dies detailliert und ausführlichst begründet. Er ordnet die Bilder seiner Fahrzeuge Jahren zu, anhand von Kleidung der Kinder. Da man die Kinder teilweise zuordnen kann und die Geburtsjahre der Kinder kennt, ist dies nicht neues, sondern nur ein weiterer Beleg dafür, das die entsprechenden Bilder nicht von 1880 stammen können.
E. Kreßner schreibt in einem Still den man gut und schnelle lesen und folgen kann. Viele kleine und größere Anekdoten sind vorhanden. Auch stellt er den ein oder anderen Kollegen der sich mit dem Thema Tuchscherer in den letzten 20 Jahren beschäftigt hat als Anfänger dar, obwohl er dies nicht ist. Dies ist schade und auch eigentlich nicht nötig. Für uns die fern von Chemnitz und dem Erzgebirge leben ist es vielleicht auch nicht nachvollziehbar was dort in den letzten Jahren passierte. Etwas überheblich finden wir auch die Schlagzeilen in der Presse und das Selbstverständnis des Hr. Kreßner, er ist sicher nicht derjenige der den Beweis erbracht hat das Louis Tuchscherer 1880 nicht mit seinem Fahrzeug durch Chemnitz fuhr. Er ist sicher einer, der einen weiteren Beweis, oder sollen wir es Indiz nennen, erbracht hat, dass die bekannten und vorhandenen Fotos später aufgenommen wurden. Dies ist aber nicht neues und war auch vor seiner Buchveröffentlichung schon bekannt.

E. Kreßner sagt, dass er wissenschaftliche Recherche und Veröffentlichung betreibt. Aus einem Bild das nachweislich nicht 1880 aufgenommen wurde zu folgern, dass der Erbauer des Fahrzeugs nicht auch schon 1880 damit fuhr kein wissenschaftlicher Beweis! Das es außer Legenden und Erzählungen keinen Beweis für eine frühe Fahrt gibt, wollen wir gar nicht in Abrede stellen, aber man sollte sich selbst nicht größer machen als man ist!

Leider geht auch E. Kreßner mit keiner Zeile auf fehlende Jahre an Dokumenten in verschiedenen Archiven ein. Oder sind wir die einzigen denen so etwas aufgefallen ist?
Leider ist er sich auch ganz sicher das C. Benz nie Wanderjahre hatte. Auskünfte des privat betriebenen „Automuseums Dr. Carl Benz“ in Ladenburg, werden sicher nie etwas anderes zu Tage bringen, als das Benz der Erfinder des Automobils ist. Da hat der private Musumsbetreiber ebenso ein Interesse dran, wie die dazugehörige Firma in Stuttgart mit ihrem eigenen Museum und Archiv.
Selbst Recherchen und Nachfragen bei anderen deutschen Herstellern nach ihrer Historie und deren „Gründungsvätern“, führt immer wieder vor verschlossene Türen und Mauern des Schweigens.
Wenn man so will hat sich die deutsche Herstellerwelt gut arrangiert mit Benz als Vater des Automobils.